Herstellung des Gitarrenbodens

Der Boden ist normalerweise wie die Decke aus zwei gespiegelten Brettchen zusammengeleimt. Der Boden hat zusammen mit den Zargen (=Gitarren Seiten) techisch die Aufgabe, den Korpus steif und gerade zu halten. Da die Tonerzeugung über angeregte Saitenschwingung über die Decke verläuft, braucht der Boden und die Zargen nicht die eigenschaften besonders leicht und schnelles Ansprechverhalten zu haben. Üblicherweise verwendet man dazu Harthölzer wie z.B. Ahorn, Palisander aber auch auch mit selteneren Sorten wie Birnbaum oder Kirsche lassen sich reizvolle Gitarren bauen.

Die sägerauhen Stücke werden wie bei der Decke beschrieben vorgearbeitet, die Fugen dann zueinander geleimt. Ich benutze eine Zylinder-Schleifmaschine, um die Materialstärke von 2,5mm zu erreichen. Natürlich kann man hier, wie seit eh und jeh vorher, das Aushobeln mit einem Zahnhobel und viel Mühe mit der hand ausführen.

Eingelegter Backstripe

Die Mittelnaht des Bodens bekommt bei wertvolleren Instrumenten meist einen Verzierungssreifen. Je nach Vorbild, haben spezialisierte Hersteller verschiedene Muster im Angebot . Ich habe einen mit etwa 5x2mm Querschnitt gekauft. Den Kanal fräse ich mit der Oberfräse an einem Führungslinieal. Stimmt die Breite und Tiefe der Nut, lege ich ein kleines Leimbett vor und drücke dann den Streifen ein. Trocknen muß das nun auf einer ganz ebenen Fläche, am besten noch mit ein paar Hammern beschwert, damit der Zierstreifen nicht ungleichmäßig verleimt ist.

Die Mittelnaht wird von der Innenseite mit einem Holzstreifen gegen Aufplatzen geschützt. Das Holz hierzu ist ein 18mm breiter Streifen, den ich stets aus der Querfaser der Decke abschneide. Hat man die Bebalkung mit dem Bleistift aufgezeichnet, können die Holzstückchen abgelängt und paßgenau auf den Mittensaum geleimt werden.

Beleistung Boden Beleistung Boden komplett

Die Bebalkung entspricht einer Leiterkonstruktion. Die schmalen und breiten Leisten werden der Jahresringe entsprechend ausgeschnitten, die Breite richtig zugehobelt und die Fußfläche der Bodenwölbung entsprechend vorgeformt (15' feet).

Boden Palisander Boden Riegelahorn

Wurden die Leisten mit dem Verleimhimmel aufgebracht, die Breiten mit dem Hobel bogenförmig geschnitzt, die Enden auf etwa 3-4mm Strärke auslaufend hingearbeitet, beendet man die Bodenherstellung mit einem letztmaligem Schleifen (240'er Körnung).

Klassische Ansicht