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CITES Artenschutz schützt alle Palisander (dalb...

17.12.2016 - CITES Artenschutz schützt alle Palisander (dalbergia spp.) Holzarten

CITES Artenschutz schützt alle Palisander (dalbergia spp.) Holzarten

(Folgend ein Text in naher Anlehnung an den Leitfaden der Verbände SOMM e.V. (http://www.somm.eu) , GDM e.V. (http://www.gdm-online.de/), BDMH e.V. (http://www.musikinstrumente.org/), teilweise aus Informationen von Warwick oder anderen Großhändlern)

 

 

 

 

Lieber Kunde,

die in Johannisburg stattgefundene Artenschutzkonferenz hat beschlossen, eine Vielzahl von Hölzern unter den umfassenden Schutz des Anhangs II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES zu stellen.

Betroffen sind  insbesondere

  • Palisander Dalbergia (alle Arten) – (mit Ausnahme von Dalbergia Nigra, bereits unter Schutzstatus seit mehreren Jahren)
  • Bubinga (Guibourtia tessmannii, pellegriniana, demeusei) 

CITES (in Deutschland auch: WA genannt) ist die Abkürzung von "Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora”.
Die Einstufung ist als Reaktion auf jahrelangen Raubbau und illegalen Handel zurückzuführen und wird in der Zukunft die Gewinnung und den Handel wertvoller Holzsorten auf legaler Ebene nachvollziehbar machen.

Die Musikinstrumenten-Branche ist gehalten, ihren wichtigen Beitrag zum Artenschutz zu leisten und mitzuhelfen, dass die betroffenen Holzsorten auch in der Zukunft Verwendung in Musikinstrumentenbau und -handel finden.

Grundsätzlich sehen wir den Schutz für bestimmte Holzarten auf jeden Fall ebenfalls positiv und finden gesetzliche Kontrollen für den Import von Waren positiv.
Der weltweite Handel z.B. mit Palisander stieg in den letzten Jahren exponentiell!
In einer Presseveröffentlichung sprach man davon, dass alleine China im ersten Halbjahr stündlich etwa 340 logs (Stämme) importierte.
Das sind mehr als 8000 am Tag!
Erstmals in der Geschichte des Artenschutzes waren sich zu diesem Artenschutzantrag alle Beteiligten einig - so dass sie keine Abstimmung brauchten.
Alleine das zeigt, wie dringend die Sache war.

Wir bestätigen Ihnen schon hiermit im Voraus, dass wir sämtliche aktuellen Lagerbestände sowohl an fertigen Instrumenten als auch an Rohhölzern aus unserer Manufaktur legalisiert haben.
Ferner werden alle laufenden Lieferungen von unseren Herstellern nach CITES-Regularien zertifiziert bzw. alle zukünftigen Lieferungen werden ebenfalls zertifiziert sein.

 

Welche Auswirkungen hat die Neuregelung auf Kunden?


Besitz:

Für den reinen Besitz sind keine Nachweisdokumente erforderlich.

 

Dokumente:

Kunden, die vor Beginn der Neuregelung ein betroffenes Produkt erworben haben (Vorerwerbsware), können anhand der Rechnung nachweisen, dass die Ware vor der Neuregelung in der EU war. Weitere Dokumente sind dafür seitens des Kunden nicht erforderlich.
Für erworbene Ware des Kunden nach dem 02.01.2017, ist dem Kunden eine Ausgangsrechnung auszustellen und auszuhändigen.

 

Reisen innerhalb der EU:

Bei Reisen innerhalb der EU sind keine Vorkehrungen zu treffen.

 

Reisen in das Nicht-EU Ausland:

Bei der Reise in ein Nicht-EU Land ist die Mitnahme von Musikinstrumenten, die betroffene Hölzer beinhalten, ohne Vorlage von Dokumenten gestattet, sofern das Gewicht der von CITES II betroffenen Hölzer in allen Musikinstrumenten zusammen weniger als 10 KG beträgt. Das Gewicht von Transportbehältnissen und Zubehör wird nicht mit eingerechnet.
Diese Regelung gilt nur für die persönliche Mitnahme aus nicht kommerziellen Gründen. Private Versendungen erfordern beim Grenzübergang in ein Nicht-EU Land für den Fall eines Verkaufs eine Ausfuhr- bzw. Wiederausfuhrbescheinigung und für den Fall einer temporären Ausfuhr ein Zolldokument.

 

Was ist als erstes zu tun?

Anmeldung als Vorerwerbsware (freiwillig, empfohlen)
Zuerst sollten sie alle Produkte, die Sie vor dem 02.01.2017 erworben haben, im eigenen Interesse bis zum 02.01.2017 als so genannte Vorerwerbsware anmelden.
Bis zu diesem Datum wird die zuständige Behörde ohne weitere Nachweise davon ausgehen, dass die betroffenen Instrumente vor dem Beginn der Neuregulierung in Ihren Besitz gelangt sind. Nach diesem Datum ist eine Meldung als Vorerwerbsware zwar weiter möglich, die Behörde wird dann aber Nachweise (Kaufbelege; Bestandsnachweise aus der letzten Inventur o.ä.) darüber verlangen, dass Sie die Instrumente vor dem 02.01.2017 erworben haben.

 

Wo kann ich meine Vorerwerbsstände melden?

Bitte melden Sie Ihre Ware bei der für Sie zuständigen Unteren Naturschutzbehörde, die je nach Bundesland, beim Landratsamt, Regierungspräsidium oder bei kreisfreien Städten bei der Stadtverwaltung angesiedelt ist.
Die Meldung erstellen Sie bitte nach Ihren persönlichen Möglichkeiten und zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Beispiel einer möglichen Listung: (4 x Flöten Hersteller „ABC“, Modell „XY“; 35 Gitarren Hersteller „ABS“, Modell „XY“; u.s.w.).
Für die Meldung an das Landesamt haben wir ein Musterschreiben erstellt, das Sie gerne benutzen können.

 

Sind Alter und Zustand des betroffenen Produktes von Bedeutung?

Nein, die Aufzeichnungen müssen unabhängig vom Alter gemacht werden und betreffen auch gebrauchte Produkte, Mustersendungen, Reparaturen und Retouren, sofern sie in Ihrem Besitz sind.

 

Was muss ich beim Verkauf von betroffenen Produkten innerhalb von Deutschland beachten?

Beim Verkauf weisen Sie das betroffene Produkt durch folgende Ergänzung und Kennzeichnungen am Instrument aus:
Das Produkt beinhaltet Materialien lt. CITES Anhang II in Konformität mit der Verordnung VO 338/97 Bezeichnung der betroffenen Teile mit Handelsnamen, botanischem Namen und Gewicht (Beispiel: Griffbrett, Indischer Palisander, Dalbergia latifolia, 120 Gramm).

 

Verkauf innerhalb der EU:

Für den Verkauf ist ein Nachweisdokument zu empfehlen. Dies ist in aller Regel die Handelsrechnung oder eine Bestätigung, auf der der Verbrauch legaler CITES II Hölzer genannt wird. Sollten keine derartigen Nachweise vorliegen, kann der Zoll oder die örtliche zuständige Landesbehörde Produkte beschlagnahmen, wenn sie von privat zum Verkauf angeboten werden.

 

Verkauf außerhalb der EU, Drittstaaten:

Produkte, die in Deutschland hergestellt worden sind und in Drittstaaten (Nicht-EU–Ausland) exportiert werden, erfordern die Erstellung einer "Vorlagebescheinigung" durch die für zuständige Landesbehörde.
Die Vorlagebescheinigung ist kostenpflichtig und bestätigt den legalen Einsatz und die Menge betroffener Hölzer im betreffenden Produkt.
Die Vorlagebescheinigung kann Ihnen nur dann ausgestellt werden, wenn Sie Vorerwerbsware und/oder nachfolgende Wareneingänge der Landesbehörde mitgeteilt haben und das Landesamt diese Ware registriert hat.
Im zweiten Schritt muss beim Bundesamt für Naturschutz in Bonn (BfN) eine kostenpflichtige Ausfuhrbescheinigung beantragt werden, die zusammen mit den sonstigen Ausfuhrdokumenten den Export erlaubt.
Für Produkte, die von Ihnen ab Januar 2017 mit einer CITES Bescheinigung aus Drittstaaten importiert werden und in der Nachfolge in Drittstaaten re-exportiert werden (Wiederausfuhr), ist keine Vorlagebescheinigung erforderlich.
Der in diesem Fall erforderliche Antrag auf Wiederausfuhr kann direkt beim Bundesamt für Naturschutz gestellt werden.

 

Was muss ich beachten, wenn ich betroffene Waren aus Drittstaaten importiere?

Für diese Waren ist ein CITES Export- oder Reexport-Dokument des Lieferanten erforderlich, das im Herkunftsland von amtlicher Stelle bestätigt worden ist.
Mit dem Dokument und den anderen Handelspapieren können Sie beim Bundesamt für Naturschutz eine kostenpflichtige Einfuhrerlaubnis erwirken.
Ohne ein CITES Begleitdokument ist ein Import ab dem 02.01.2017 nicht mehr möglich.
Das Betrifft z.B. auch private Käufe aus Ebay USA, Japan etc..

 

Was macht Rall Guitars & Tools?

 

Verkaufen Sie weiterhin Produkte mit betreffenden Holzarten?

Ja, natürlich! Im gesetzlichen Rahmen und auch Kleinmengen - wie bisher. Innerhalb Deutschlands, der EU ist das ohne großen Mehraufwand möglich.

Außerhalb der EU, in Drittstatten, ist das aber anders.
Hier entstehen hohe Nebenkosten durch Verwaltungsgebühren und unsere Exportpauschalen welche wir als Selbstkosten an Sie weiter verrechnen und sich zu den Warenpreis aufschlagen.
Für Lieferungen ab 400,-EUR Warenwert übernehmen wir für Sie gerne das Genehmigungs- und Exportprozedere.

 

Werden die Preise sehr stark steigen?

Wir vermuten nicht.
Nach Rücksprache mit unseren Lieferanten ist das nicht anzunehmen.
Es wird erhofft, dass sich durch die komplizierteren und aufwändigeren Handelsauflagen die Verwendung der wertvollen Hölzer bei Instrumenten in höherer Preissegmente verschiebt.

 

Rechnungssellung:

Alle Rechnungen ab 2. Januar 2017, auf denen sich Waren mit Palisander oder Bubinga befinden erhalten für Sie einen Verweis zur jeweiligen Legalisierungsliste bzw. die EU-CITES-Einfuhrnummer.

 

Alte Rechnungen:

Bis zu zwei Jahre rückwirkend können wir Ihnen gegen einen Kostenaufwand von 8,-EUR je Auftrag die Ursprungsrechnung als pdf-Datei zukommen lassen.

 

Verkauf außerhalb der EU, Drittstaaten
Fallbeispiel: Produkt wird an einen Kunden in der Schweiz verkauft.

Bevor der Versand getätigt wird, sind alle Genehmigungen zu beantragen, die Originaldokumente für den genehmigten Exports dann dem Importeur (dem Kunden) zu senden oder auszuhändigen, sodass dieser dann den Import bei seiner Behörde anmelden kann.

Für den Export:
Es muss eine "Vorlagebescheinigung" durch uns beantragt werden (Dauer 1-4 Wochen, Kosten Abhängig vom Wert - ca. 10-30,-EUR bei Handelswert bis zu 200,-EUR)
Eine Ausfuhrbescheidigung muss beim BfN beantragt werden ((Dauer 1-4 Wochen, Gebühr ca. 15,-EUR)
Die Ausfuhr muss beim Zoll beantragt werden (Dauer ca. 1 Woche, Kosten ca. 35,-EUR)
Die Einfuhrzollstelle bekommt das Antragsformular 223, Das Original des CITES Exportdokuments (gelb) und wird eine artenschutzrechtliche Beschau durchführen (88,-SFR)
Die Einfuhr wird mit einem Zollabfertigungsvermerk bestätigt.
Die Ware mit dem artengeschützten Bestandteil hat ihren neuen Besitzer erreicht.

Wie Sie sehen, ist dieser Vorgang enorm zeitaufwändig und kostspielig.

Die Wirtschaftlichkeit ist in Frage gestellt und wir werden erst für Lieferungen ab 400,-EUR solche Verfahren durchführen.
Zusätzliche Kosten werden hierbei eigens ausgewiesen und abgesprochen.

Bitte sehen Sie davon ab uns nach Ausnahmen zu fragen - ein Griffbrett für 250g oder auch ein Satz Mechaniken mit Palisanderflügel fallen darunter.


Wir sehen uns deswegen leider nicht mehr in der Lage, betreffende Waren unterhalb der Wertgrenze von 400,-EUR außerhalb der EU zu verkaufen.

Sollten Sie dennoch auf einem Export bestehen, bitten wir sie, uns vor dem Kauf zu informieren.

 

Weiterführende Dokumente (download, links):

 

Muster-Vorlagen (download):